Gott erfahren – wie?

Neulich im Religionsunterricht. Der wöchentliche Schulgottesdienst muss vorbereitet werden. Diesmal ist der 11. Jahrgang dran, mein neuer Religionskurs.

Ich merke, dass die Schüler sehr verhalten reagieren. Nein, kein Widerwille, sondern Unsicherheit ja – fast scheu bringen sie sich in die Diskussion über ein „Thema“ ein. Hl. Messe und Wortgottesdienst gibt es an der Schule im Wechsel  – in der Messe sind natürlich die Tagestexte bindend, im WGD ist das Thema frei wählbar. Ob das so optimal ist – aber so ist momentan die (vorgefundene) Situation.

Schließlich brechen irgendwann die Dämme, als ich die Schüler auffordere, einmal zu sammeln, was ihnen auf den Nägeln brennt. Die üblichen Reizthemen sind schnell abgearbeitet – ein Gottesdienst ist kein Diskussionsforum auf dem Kirchentag, das leuchtet den Schülern schnell ein. Zuletzt stellt eine Schülerin die entscheidende Frage: „Sagen Sie mal – wie kann ich eigentlich Gott erfahren?“. Ich will schon ansetzen – da klingelt es.

Mir bleiben ein paar Tage Aufschub, über eine adäquate Antwort nachzudenken.
Wie sage ich es 15/16jährigen Menschen so, dass sie es verstehen können? Dogmatik scheidet aus, Gefühligkeit ebenso.

Die Frage lässt mich nicht los. Ich denke an 1 Petr 3,15 – auch heute abend bei der Vesper. Und füge bei den Fürbitten „Veni sancte spiritus“ ein…

Ideen?

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Blogpause beendet

Nach einiger Zeit der Abstinenz (Umzug, neue Stelle) versuche ich nun wieder Anschluß an die Blogozese zu bekommen.
Auf ein Neues!

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Diakoninnen in der Alten Kirche?

Beim domradio findet sich ein hörenswertes Interview mit dem Leiter des Erzbischöflichen Diakoneninstitutes in Köln, Prof. Dr. Günter Riße.

Er weist darauf hin, dass eine Berufung auf die Alte Kirche im Hinblick auf die Diakonenweihe der Frau sorgfältig geprüft werden muss.
Fest steht, dass es Diakoninnen gegeben hat, die sich aber wohl in ihren Aufgaben von denen ihrer Brüder unterschieden haben.

Das Interview zum Nachhören bei domradio.de.

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Bischof Bode, Diakoninnen und die Auswahl-Katholiken

Zur Zeit sorgt der Osnabrücker Bischof Bode für Aufruhr.
Er spricht sich dafür aus, Frauen zu Diakoninnen zu weihen.

Viele Katholiken gehen in Blogs, Kommentaren und Foren auf die Barrikaden.

Bischof Bode wird unterstellt, er relativiere „Ordinatio Sacerdotalis“ (so kath.net), man fordert sogar seinen Rücktritt. So z.B. der User Disman ebenfalls bei kath.net, mit der Bemerkung

„Solche Bischöfe sollten bitte zurücktreten. Denn diese sind nicht zum Bsichofsamt geeignet. Ein vorbildlicher Bischof war Bf. Mixa, er sollte Osnabrück übernehmen!!“).

Ein starkes Stück! Hier zeigt sich der Auswahl-Katholizismus wieder von seiner besten wahren Seite. Und diesen gibt es sowohl in der liberalen als auch in der konservativen Ausprägung.

Wenn ein Bischof etwas sagt, was der eigenen Ansicht widerspricht, ja, selbst wenn er nur zum Nachdenken über eine Sache anregt, laufen viele Auswahl-Katholiken Sturm, beschimpfen und verleumden eben diesen Bischof auf das Übelste.
Hat nicht auch dieser Bischof durch seine Bischofsweihe die Fülle des apostolischen Amtes verliehen bekommen? Ist nicht auch er ein Nachfolger der Apostel, dessen Worten wir aufmerksam zuhören, sie in unserem Herzen bedenken und im Gebet vor den Höchsten tragen müssen?

Aber nein, Auswahl-Katholiken wissen es besser; von christlicher Nächstenliebe, ja, von der christlichen Art, Kritik zu äußern (vgl. Mt 18,5f.) haben sie anscheinend noch nichts gehört. Es ist ja auch so herrlich einfach, im Internet gegen Bischof Bode zu hetzen. Wer von den Kritikern, die lautstark seinen Rücktritt fordern, traut sich denn, ihm einen persönlichen Brief zu schreiben – natürlich mit richtigen Namen, und nicht versteckt hinter irgendeinem Internet-Pseudonym.

Ein zweites: der Heilige Vater als Haupt des Bischofskollegiums wird einschreiten, wenn in der Welt irgendein Bischof die Substanz der katholischen Lehre verfälscht. In einem solchen Fall würde Papst Benedikt XVI sein Wort erheben und den jeweiligen Bischof zurechtweisen. Dessen kann man ganz sicher sein. Ich habe an der Aufmerksamkeit des Heiligen Vaters in bezug auf die Deutsche Bischofskonferenz nicht die geringsten Zweifel.

Übrigens habe ich nirgendwo die Forderung von Bischof Bode gefunden, Frauen zu Priesterinnen zu weihen.

Zuletzt: der Sexismus, der auf Seiten mancher Auswahl-Katholiken herrscht, ist fast nicht mehr zu ertragen.

Den Frauen, die angeben, dass sie sich von Gott zu einem Amt in der Kirche berufen fühlen, wird Machtstreben, Feminismus und protestantisierende Tendenzen unterstellt.

Den Männern, die angeben, dass sie sich von Gott zu einem Amt in der Kirche berufen fühlen, wird Demut, Keuschheit und Treue zum Heiligen Vater unterstellt.

Das Interview von Bischof Bode und Marianne Heimbach-Steins findet sich in der FR.

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Diakonia – We’ve Been Called

…so nennt sich ein Titel von Lynn Cooper, einer us-amerikanischen katholischen Sängerin. Ein Lied für/über den Diakonat.

Gefunden habe ich den Titel auf www.deaconsplace.com, einer (australischen?) Internet-Ressource für den Ständigen Diakonat.
Sieht vielversprechend aus – auf jeden Fall ansprechender als die mir bekannten deutschsprachigen Seiten.

Leider kann ich die Musik nicht ins Blog einbinden, daher hier der direkte Link: Diakonia – We´ve Been Called.
Es gilt ja bekanntlich ´de gustibus non est disputandum´, trotzdem: Viel Freude beim Zuhören!

P.S. Achtung! Es gibt noch einen zweiten Song, „Song for a Pilgrim“, der sich hinter diesem Link versteckt. Wie gesagt, Geschmackssache…

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